Archiv der Kategorie: Identität

Alles orange?

Zwei Bücher, zwei Frauen, zwei Leben, zwei Frauenleben – nicht in lila, nicht in rosa, nein in orange!

Beide Bücher hatten mich über das Cover angesprochen. Es war die Farbgebung, die mich verleitete zunächst zu glauben, es handelt sich um identische Buchumschläge. Sagt man das überhaupt noch: Buchumschlag?
Wie auch immer, beide Bücher ähneln sich nicht nur äußerlich, sondern auch inhaltlich. Die Autorinnen Petra Morsbach und Verena Boos, die mir bisher nur wenig bekannt waren, haben – jede in ihrem Buch – Frauenleben aufgespührt und gesellschaftliche Frauenbildnisse nachgezeichnet, die mich irritieren. Das ist auch der Grund für diese Doppel-Besprechung.

So unterschiedlich die Thematik vordergründig erscheinen mag, so überraschend ähnlich sind die Lebensläufe dieser beiden Frauen:  Hanna und Thirza. Alles orange? weiterlesen

Tochter des Diktators von Ines Geipel

Vor ein paar Wochen erschien im Klett-Cotta Verlag ein Buch, das nahezu still und leise, am Büchergeschehen vorbei, in den Handel kam.  Leider!

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es ist eine besondere Lektüre, weil sie außerhalb der Thementrends liegt, die in diesem Jahr den Buchmarkt prägen – und doch wieder nicht: auch hier spielt das politische Europa eine Rolle! Was macht das Buch also so besonders? Das ist auf jeden Fall die dokumentarische Erzählweise der Autorin Ines Geipel,  die Fakten und Fiktion sehr abgestimmt und literarisch miteinander verbindet. Es sind die Umrisse einer politischen Nachkriegsentwicklung in Europa, die alles andere als friedlich abgelaufen ist – die Folgen sind heute deutlich erkennbar. Es sind die Leben der Menschen, die von diesen politischen Unruhen beeinflusst wurden – bis heute. Tochter des Diktators von Ines Geipel weiterlesen

Timona

Ausgezeichnet mit der Kalbacher Klapperschlange 2008. Eine zauberhafte Geschichte  über die Suche nach den eigenen Wurzeln. Eines Nachts finden Witterer vor ihrem Haus ein Drachenei, das sie sofort aufnehmen und umsorgen. Sehr schnell schon schlüpft das kleine Drachenbaby und verändert das Leben des Ehepaares, denn im Witterwald gibt es keine Drachen. Das Drachenbaby wächst behütet auf,  wird liebevoll umsorgt und entwickelt sich zu einem Drachenmädchen, das Äpfel, Nüsse, Wurzeln isst, ein wenig wittern und gar nicht fliegen kann, und je älter es wird, wissen will, woher es kommt und wie die anderen Drachen sind. Die Trennung von den schon in die Jahre gekommenen Zieheltern ist unvermeidlich. Schweren Herzens bricht Timona zu Fuß Richtung Drachenstadt auf.  Sie durchquert dabei gefährliche und ungewöhnliche Orte, begegnet witzigen, durchtriebenen und lustigen Gestalten (Witzlinge, Dunkelwölfe, Zwerge mit und ohne Bart, Wiesenwieslinge), gerät in Lebensgefahr und schafft es endlich, müde und fast verdurstet, in die lang ersehnte Heimat zu kommen. Jetzt heißt es, die Drachenwelt erkunden und kennenlernen; noch ganz allein und auf sich selbst gestellt … Dieses Buch kann man nicht aus den Händen lassen. Ursula Wolter schafft es mit einer einfachen aber sehr phantasievollen und geistreichen Geschichte den Leser in eine Zauberwelt zu entführen. Ein Lese- und Vorlesevergnügen für die ganze Familie!