Archiv der Kategorie: Übersetzungen

Sturm von J-.M.G. Le Clézio

Sturm von J.M.G. Le Clézio ist eine Neuerscheinung im Kiepenheuer & Witsch Verlag,  und meiner Meinung nach, ein ganz besonderes Buch.  Für mich ist es das erste Buch des Nobelpreisträgers Le Clézio,  und ich bin ganz angetan von seinem  Schreibstil, der ausgewählten Sprache  und  den Themen seiner Kurzprosa. Die literarische Gattung  Novelle setzte Le Clézio meisterlich  um. Für mich persönlich sind das gänzlich unbekannte Gegenden in denen sich die Handlungen abspielen, auch die Lebensumstände seiner Protagonisten sind mir bislang fremd geblieben. Auch in der europäischen Literatur wird natürlich Gewalt, Unterdrückung, Ausgrenzung, Heimat und Identität thematisiert, aber die Lektüre von Le Clézio stellt dies aus einer anderen Perspektive dar.

Sturm von J-.M.G. Le Clézio weiterlesen

Memory Wall von Anthony Doerr

Antthony Doerr  ist mit seinem Roman Alles Licht, das wir nicht sehen  im letzten Jahr bekannt geworden. Diese Novelle fiel mir nur ganz zufällig, in die Hände. Memory Wall ist ein kurzes mächtiges Erzählwerk, ein Zusammenspiel aus Fiktion, fantastischem Erzählen, der Psyche und der Seele. Eine sehr ungewöhnliche Geschichte, die in Südafrika spielt. Die 74-jährige Alma ist an Demenz erkrankt, ihr Erinnerungsvermögen lässt täglich nach, auch die Wand voller Fotos kann nicht mehr die Erinnerungsfähigkeit aufrechterhalten. In ihren klaren Momenten spürt es Alma selbst und hat Angst, was mit ihr geschen wird.  Memory Wall von Anthony Doerr weiterlesen

Mein Frühjahr mit Mr Mac

Für mich ist Mein Jahr mit Mr. Mac DIE Neuerscheinung des Frühjahrs 2016. Ein Roman über Kunst,  Freundschaft, Krieg und Vertrauen, wie ich finde. Ich hatte mich schon beim Lesen der Verlagsvorschauen in das  Buchcover verliebt, dann machte mich die Autorin Esther Freud sehr neugierig: Über wen hat sie wohl diesmal geschrieben? Und schon auf den ersten Seiten des Buches, war ich mir sicher: Dieser Roman wird dich nicht mehr loslassen…

In 53 Kapiteln auf 363 Seiten entführt uns Esther Freud in die Welt der Kunst  und des Lebens mit der Kunst.  Der Autorin ist mit diesem Roman ein ganz besonderes Gemälde gelungen:  Mein Frühjahr mit Mr Mac weiterlesen 

Geschwisterleben

In einem zauberhaften, kleinen und schmucken Büchlein spielen die Geschwister die Instrumente in der zweiten Reihe. Es geht um Geschwister berühmter Menschen. Darunter sind Rivalen, Gegenpole, Nutznießer, Vorbilder und Vertraute zu finden. Geschwister von Politikern, Kriminellen, Schauspielern und Musikern.  Alle Geschwisterbiografien, 34 an der Zahl, auf 250 Seiten, vom Autor Ingmar Vriesema aufgeschrieben.   So kurz und pointiert, führt uns der Autor in die Leben der Geschwister berühmter Menschen ein, und spürt ihren  zwiespältigen "Geschwistergefühlen" nach. Glaubt man den Worten von Christopher Ciccone (Madonnas Bruder): „Ihr Leben war wie eine Droge für mich“, ist man glücklich Einzelkind geblieben zu sein. Geschwisterleben weiterlesen 

Für immer und jetzt

20160123_114115Zwischen den Jahren habe ich mich schon mal auf neue Lektürensuche begeben und interessante Entdeckungen gemacht! Besonders gespannt bin ich auf die Liebesbräuche aus aller Welt.
Der Verlag schreibt " Es  gibt poetische, komische, eigenartige, wahnwitzige und hinreißende Bräuche rund um die Liebe".
In der Zwischenzeit konnte ich mich auch selbst davon überzeugen, welch eine spannende Lektüre dies ist. Liebesbräuche der ungewöhnlichsten Art sind hier zu finden. Insbesondere sind die Illustrationen im Buch zu jedem der beschriebenen Liebesbräuche solch ansprechende kleine Gemälde und Zeichnungen, die den zauberhaften Text rund ums Riechen, Schmecken, Hauchen und Jauchzen - so wie es die Bräuche abverlangen - bestens ergänzen und zu einem wunderbaren Buch machen!
 Für immer und jetzt weiterlesen 

Ein Indonesien-Krimi?

Im Dr. Braun-Verlag ist bereits Anfang des Jahres 2015 der Krimi Papuagold von Piet Bogner. erschienen. Und aus der Pressemitteilung des Verlags erfahre ich :

Mit "Papuagold. Inspektor Taylor's spektakulärster Fall" legt der Ethnologe Piet Bogner nach einer Reihe von Sachbüchern nun seinen Roman vor, einen Krimi der auf Papua-Neuguinea spielt. (...) Und so werden die Leser nicht nur ihre Freude an der Hauptfigur haben, die sowohl humoriges Schlitzohr als auch väterlicher Anwalt der unterdrückten Einheimischen ist. Worum geht es aber eigentlich: " Von der Leiche des Chefgeologen Warren sind nur noch Einzelteile übrig, als Inspektor Taylor den Tatort in der Kupfermine Ok Tedi im Hochland von Papua-Neuguinea untersucht - war es Blutrache der benachbarten Stammesgemeinschaft oder hat Warrens überehrgeiziger Assistent seine Hände im Spiel? Noch verzwickter wird der Fall, als Taylor plötzlich auf eine illegale Goldmine stößt...(...)" Aber "Bogner spricht auch die Menschenrechtsverletzungen Indonesiens an, das seit 1964 den westlichen Teil der Insel regiert und die Urbevölkerung mit aller Härte verfolgt."

Hier werden im Gewand des Kriminalromans brandaktuelle Themen angesprochen. Obwohl ich noch ziemlich am Anfang des Buches bin, kann ich schon sagen: das ist ein guter Krimi, der viele Hintergrundinforamtionen über Land und Leute gibt, spannend aufgebaut ist und mit einem sprachgewitzten Inspektor auch für gute "Unterhaltung" sorgt... Ein Lesetipp zum Einstimmen auf das Gastland der Buchmesse!

Judas

Ein ganz besonderes Buch und eine außerordentlich schöne Übersetzung ist Judas von Amos Oz: Jesus aus der Perspektive der Juden, Judas Ischariot und der Verrat - eine Forschungsarbeit, die den jungen Protagonisten anspornt sich der Wissenschaft hinzugeben und Antworten auf existenzielle Fragen zu finden.  Eine verwirrende aber ebenso zarte wie leidenschaftliche Liebe treibt die Handlung - die angesiedelt ist in den israelischen Winter 1959 am Ende der Ben Gurion Ära - immer weiter voran. Wunderbar übersetzt von Mirjam Pressler und sehr schön zu lesen. Das Buch ist eine knisternde Herbstlektüre, oder auch vorherbstliche Balkon-Lektüre für die schon frischen August-Abende! Judas weiterlesen 

Der Thronfolger

Ludwig Winder
Der Thronfolger

Dieser Roman erschien bereits 1937 wurde aber sofort verboten und kam, soweit mir bekannt ist, gar nicht mehr zur Veröffentlichung. Ludwig Winder war ein jüdischer Autor und durfte in der Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr veröffentlichen. Nach dem Krieg arbeitete er in der Tschechoslowakei als Journalist und es ist mir nicht bekannt, in wie weit sein Werk dort publiziert wurde. Der Thronfolger weiterlesen 

Ismaels Orangen

Ismaels Orangen von Claire Hajaj zeichnet einer Liebe nach vor dem Hintergrund der politischen und kriegerischen Wirren im Nahen Osten. Jahrzehnte der Unruhe, des Krieges, der Vertreibung und Demütigung, des Hasses und der Rache. Kann eine Liebe das überstehen? Eine Liebe zwischen einem Palästinenser und einer Jüdin. Salim ist israelischer Stattsbürger, Judith ist Engländerin jüdischen Glaubens als sich Ihre Wege in London der 60er-Jahre kreuzen. Da sind sie beide Anfang Zwanzig und suchen nach der eigenen Definition des Glücks.  Ismaels Orangen weiterlesen