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Marieluise Fleißer

Marieluise Fleißer – wurde 1901 in Ingolstadt geboren und hielt sich fast ein Leben lang auch in ihrer Geburtsstadt auf, wo sie 1964 starb.

Sie schrieb sog. Volksstücke,  bekannt wurde sie  insbesondere nach der empörenden Brecht-Inszenierung ihres Stückes Fegefeuer in Ingolstadt. Marieluise Fleißer arbeitete in einer Zeit, in der es für gut gebildete Frauen sehr schwer war sich zu beweisen. Auch in der Welt der Künste, waren Frauen die Tore und Türen noch verschlossen - Kollegen wie Ödön von Horváth und auch schon der bekannte Berthold Brecht verbuchten den Rugm und bekamen lukrative Aufträge für Publikationen und Theateraufführungen - sofern man von lukrativ überhaupt reden konnte.   Es war eine entbehrungsreiche Zeit: Armut und Hunger, galoppierende Inflation und Versorgungsmängel waren für alle Menschen eine schwere Bürde.  Publikationen von denen man seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte,  waren den wenigsten Schriftstellern und Künstlern vorenthalten. In Ihren Erzählungen „…erscheinen die Menschen und die Ereignisse gleichzeitig tragisch und humoristisch nicht durch Kommentare oder durch Ironie, sondern durch die unheimliche Bannkraft des Blicks mit dem sie gesehen, und der Sprache, mit der sie gestaltet sind.“ (S.82 in Marieluise Fleißer. Eine Biografie von Hiltrud Häntzschel. Insel Verlag 2007) Doch Marieluise Fleißer ist eine unermüdliche Autorin, nichts kann sie von ihrer „Schreibwut“ abbringen, so schwer  es ihr auch gehen mag – finanziell und in Liebesdingen -  sie schreibt über:… Erfahrungen von jungen Mädchen im Dunstkreis einer rigiden religiösen Erziehung . Je frommer oder – richtiger –bigotter  und körperfeindlicher solche Erziehung ist, umso lüsterner erglüht die sexuelle Phantasie an solchen biblischen Geschichten….“ (S. 82.ebda.)  Provozierend und aufklärerisch sind ihre Erzählungen, aber auch sehr einfühlsam und mitfühlend. Viele enthalten ein Fazit am Ende: im Sinne von: "die Moral der Geschichte" ganz in Anlehnung an die Kalendersprüche, was die ganz eigenen und besondere Ironie der Marieluise Fleißer hervorhebt.  Viel Autobiografisches fließt  hier in die Erzählunen rein.  Insbesondere die religiös geprägten Erzählungen spiegeln eine Erfahrung wieder - in einer katholischen Umgebung heranwachsend und im Realgymnasium am Institut der Englischen Fräulein in Regensburg  und Zögling des katholischen Internats zum Abitur ausgebildet -  die Fleißer im Zuge ihrer eigenen schulischen Ausbildung erfahren konnte. Herausragende Kurzgeschichten: „Das Mädchen Yella“ „Ein Pfund Orangen“

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