Autorin und Herausgeberin Dr. Ruthild Kropp

Ruthild Kropp lebt und arbeitet am Dornbusch. Sie ist Autorin, Herausgeberin und Naturwissenschaftlerin. Sie hat einen, fast wilden, Kleingarten und wenn sie mit ihrer Hündin Ella auf Gassi-Tour durch den Dornbusch geht, entdeckt sie so manchen Blauglocken- oder Maulbeerbaum. Genau das ist doch ein Grund mit der Autorin meinen Bücherplausch des Monats Februar zu führen: Diesmal unter dem Motto Natur-Literatur!

Frau Kropp, Sie haben Romanistik und Germanistik studiert, und dann Naturwissenschaften: Biologie. Wie kam es zu dieser Fächerkombination? Erfahrungsgemäß meiden Geisteswissenschaftler die Naturwissenschaft, also vor allem die “mathematiklastigen“ Fächer?

Als ich mit meinem zweiten Studium der Biologie begann, wollte ich Wissenschaftsjournalsitin werden. Als Arzttochter waren meine Berührungsängste mit der Naturwissenschaft ohnehin nicht groß, und Biologie ist ja auch nicht sehr mathematiklastig. Während des Literaturstudiums hatte ich auch Archäologie als Nebenfach, so ergaben sich meine Fächerkombinationen eher von selbst. Mein Hauptinteresse gilt der Botanik.
In meinem Gartenblog http://ruthildkropp.de/Blog/ erzähle ich von meiner Freude an der Arbeit in meinem Kleingarten, von einzelnen Pflanzen und Projekten, die ich umsetze, z.B. dem Bau einer Totholzhecke. Ich bin eine große Verfechterin der Nutzpflanzen und begeistert von ursprünglichen Sorten, deren Samen ich auch über den Verein für den Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt beziehe.

Ich finde es faszinierend mit welch einem naturwissenschaftlichen Blick sie die Literatur betrachten. Auch in Ihrem ersten Buch: „Pferde in Kunst und Literatur“ gehen Sie einem „tierischen“ Motiv nach. Das Pferd als Transporttier, als Zirkuspferd, als Kriegspferd, das gescheckte Pferd, als Fantasie-Erscheinung, als treuer Begleiter des Menschen …Die „Natur“ als Motiv in der Literatur ist aber nicht so vielfältig thematisiert, finden Sie nicht? Mein Eindruck ist, dass die Natur eher in der „Unterhaltungsliteratur“, in Kriminal- und Zukunftsromanen/Jugendliteratur ein Thema ist?

In der Kriminal- und Jugendliteratur fallen mir spontan Romane ein, die sich thematisch mit der Natur auseinandersetzen. Da ich aber in letzter Zeit viel mehr im Fach- und Sachbuchbereich tätig bin, fallen mir in der Tat keine Titel der modernen Literatur ein, die die Natur in den Mittelpunkt stellen, eher als Kulisse vielleicht oder Teilbereiche der Natur.

Sie sind auch als Herausgeberin aktiv und haben 2015 im Theiss Verlag das Buch „ Genial geschützt“ herausgegeben. Mit Kollegen decken Sie die Welt der raffinierten Verpackungen in der Natur auf und gehen der Frage nach, warum die Natur so verpackt, wie sie verpackt. Ein tolles Sach- und Lesebuch für alle, die sich mit der Natur beschäftigen – oder vielleicht auch mal ein ganz besonderes Referat für die Schule vorbereiten wollen. Sind die Verpackungen als Netzwerke zu verstehen? Ich denke da an unser modernes „Netzwerk“, das als Modewort und Erscheinung mittlerweile nicht aus dem Leben wegzudenken ist?

Nein. Die Verpackungen in der Natur sind ganz besonders, auch wenn der eine oder andere Verpackungsmechanismus Signale aussendet, ist damit kein Netzwerk gemeint.

Jetzt muss ich aber doch anmerken – um beim Netzwerk zu bleiben – dass Sie als Buchmacherin, Autorin, Herausgeberin, Lektorin und Übersetzerin kaum sozial vernetzt – im digitalen Sinne – sind. Ich habe schon Ihren Blog erwähnt, Sie haben zwar auch eine Webpräsenz: www.ruthildkropp.de, aber Facebook, Instagram,… sind nicht Ihre Plattformen! Wie machen Sie sich bekannt/präsent?

Ich bin der Meinung, dass die Webpräsenzen regelmäßig und sorgsam gepflegt werden müssen, sonst sind sie nutzlos. Da ich aber dafür nicht die Zeit habe, will ich es gar nicht erst anfangen. Ich bin über meine Kollegen sehr gut sozial vernetzt, und zwar im wahren Leben. Wir unterstützen uns, sind für einander da und so komme ich auch zu neuen Kontakten.

Haben Sie denn schon ein neues Buchprojekt? Ist ein „rein“ literarisches Buch in nächster Zeit zu erwarten?

Ja, beim Gassi gehen mit meiner Hündin beobachte ich die Pflanzen- und Tierwelt am Dornbusch. So bin ich auch auf das Phänomen der Verpackungen in der Natur gekommen. Auch für mein nächstes Buchprojekt – das vom Verlag schon angenommen wurde – habe ich mich von den Beobachtungen in der Natur inspirieren lassen. Aber der Titel darf noch nicht verraten werden. Ein literarisches Buch wird es also nicht. Vielleicht schreibe ich irgendwann mal einen Krimi. Es reizt mich zu lernen: Wie erzeugt man Spannung in einer Kriminalgeschichte?

Sie machen viel mit Büchern. Was lesen Sie gerne? Welche Bücher empfehlen Sie uns?

Momentan lese ich meist Sachbücher, immer wieder Titel zum Naturgarten, ökologischem Anbau etc. Hier liebe ich die Bücher aus der Benediktinerinnen Abtei zu Fulda, denn die Ordendsfrauen haben jahrzehntelange Erfahrung mit einem großen Biogarten. Hier empfehle (und verschenke ich gerne) ein kleines Büchlein, das jedem Gärtner rasch und übersichtlich Grundlagen zur Gartenarbeit an die Hand gibt: Mischkultur im Hobbygarten. Im fiktionalen Bereich empfehle ich zwei Krimis des Autors Rennie Airth. Nacht ohne Gesicht , eine spannende Kriminalgeschichte die 1929 in England spielt und zehn Jahre später ist der zweite Titel angesiedelt Ort der Finsternis. Leider ist kein weiteres Buch des Autors erschienen.

Liebe Frau Kropp, vielen Dank für den Bücherplausch und viel Erfolg für Ihre nächsten Buchprojekte!

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