Die vier Jahreszeiten des Sommers

Roman von Grégoire Delacourt, Atlantik Verlag 2016, gebunden.

Schon das Buchcover sprach mich an: malerische Blautöne, ein goldgelber Sandstrand und Liegestühle. Einfach Urlaubslektüre. Der Titel „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ wies in die gleiche Richtung. Da dachte ich sofort an den Frühling, den Sommer, Herbst und Winter. Ja, eigentlich passt das doch auch in unseren Sommer 2016!? Alle Jahreszeiten wechseln sich täglich ab. Eine meteorologische Lektüre? Nein!  Hier ist ein Lesebuch über die Liebe, ein wunderbarer Sommer-Schmöker,  der in jede Urlaubstasche passt,  eigentlich ein Muss für jeden Urlauber! Ein höchst unterhaltsamer und kluger Episodenroman über vier Paare und die Liebe in jedem Alter. Wie im Jahreszeitenreigen dreht sich auch die Liebe: Die erste, unschuldige  Liebe,  die unvergessene und die reife, nach neuem Feuer suchende Liebe oder die einmalige, ewige Liebe. Diese Jahreszeiten der Liebe werden von vier Paaren  im Badeort Le Touquet  am 14. Juli 1999 erlebt; ein Ort und ein Datum der einzigartigen Begenungen. Ganz besonders ist die poetisch anmutende Sprache mit welcher der Autor den Liebesreigen beschreibt und sich vor allem der Symbolik der Blume – der mannigfaltigen Rose –  bedient,  um die Vielfältigkeit der Liebe auf kluge und sehr berührende Weise darzustellen. Beim Lesen des Buches war ich manchmal zutiefst berührt über die zarten und intensiven Empfindungen der Protagonisten – aber auch etwas entsetzt, über ihren Glauben an die eine, einzige Liebe. Sehr schön beschrieben, wie ich finde, ist die so behutsam begonnene Liebe zwischen Rose und Pierre,  die nach dem Krieg,  eher aus Vernunft und der Sehnsucht nach Liebe entstand, langsam wuchs, immer fester und inniger wurde und bis zum letzten Tag hielt! Mit „Pimpernelle“ und der jungen Liebe beginnt dieses Liebesbuch. „ – eine Pimpernelle sagt „du bist meine einzige Liebe“. Das ist keine einfache Erkenntnis  für die dreizehnjährige Victoria und ihren fünfzehnjährigen Nachbar. Ein langer Weg steht vor Ihnen. Isabella, Mitte dreißig und alleinerziehend, rettet  einen alten Mann  vor dem Ertrinken. Beim Besuch im Krankenhaus bringt sie ihm eine  „Eugénie Guinoisseau“  (so auch der Name dieser Episode) eine kirschrote Rose mit metallischem Glanz. Im Krankenhaus trifft sie ihre einstige Jugendliebe, der sie immer noch nachtrauert und erfährt schon bald: „Man darf eine Jugendliebe nicht wieder beleben. Man muss sie in der wohltuenden Dunkelheit der Erinnerung lassen. Da, wo sich die angedeuteten Versprechen , die vorgestellten, vergessenen Liebkosungen , die Sehnsucht nach Haut , nach Gerüchen, wo sich die versteckten Träume veredeln und die schönste aller Geschichten schreiben.“ Dagegen wird in der Episode „Hyazinthe“ (bedeutet:  „ wollen sie Liebe spielen?mit einer Spur Erotik“) eine reife, müde, fast verglühte Liebe neu entfacht. Durch ein leidenschaftliches Liebesspiel, dem sich die Eheleute nach 25 Jahren Ehe hingeben. „Die Geschichte der Hyazinthe kenne ich. Die wunderbare Zwiebelpflanze stammt angeblich aus Griechenland.  Die Mythologie erzählt, dass sie aus dem Blut des Jünglings Hyakinthos wuchs, der vom Zephyrus durch einen Diskuswurf getötet wurde.  Voller Schmerz  über diese Tragödie ließ Apollon aus dem Blut von Hyakinthos eine Hyazinthe wachsen damit er ewig weiterlebe.“ Die Episode „Die Rose“ ist der Mittelpunkt dieses Romans über die Jahreszeiten der Liebe. Rose und Pierre sind Rosenzüchter und erleben in ihrem langen Leben eine immer wachsende Liebe,  die wie ihr Rosengarten,  mit jedem neuen Lebensereignis , einer neuen Rose bereichert wird.   „Wir haben mit unseren Rosen die Wangen von Tausenden Bräuten erröten lassen; Tausende andere haben mit unseren Rosen gewagt, ihre Liebe zu erklären. Rote Rosen, Leidenschaft, rosa Rosen, Anmut, Verlangen geliebt zu werden, blasse Rosen, Zärtlichkeit, weiße Rosen, heimliche Liebe und manchmal Resignation; und schließlich die Cremetöne – unsere liebsten in den letzten Jahren -, Süße zu lieben.“   Für alle, die noch Blumen verschicken möchten – hier ein wichtiger Hinweis: „ Es ist einfacher, zwei zusammengebundene Rosen zu schicken, die eine Botschaft der Lust übermitteln, sechsunddreißig Rosen, um sein Feuer zu verkünden, oder einhundertundeine, die geradezu gebieterisch eine unendliche Liebe ausdrücken: Ich liebe Sie grenzenlos, ach! Wenn Sie wüssten, als ein paar abgedroschene Worte auszusprechen.” Die Rosen findet Ihr/finden Sie im nächsten Blumenladen, das Buch bei Frau Goldmann per E-Mail oder direkt bestellen unter www.mobilebuchhandlung.net. Die vier Jahreszeiten des Sommers von Grégoire Delacourt Atlantik Verlag 2016, gebunden, Roman ISBN 978-3-60041-4, € 18,00

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