Archiv

Ödön von Horvath

horvath_jpg_image_scaler_180x320Autorenporträt: Mit den Geschichten aus dem Wienerwald, Kasimir und Karoline oder Glaube, Liebe, Hoffnung ist Ödön von Horváth immer noch auf fast allen deutschsprachigen Theaterbühnen einer der meistgespielten Autoren. Sein Roman Jugend ohne Gott ist aktueller denn je. Trotzdem ist wenig über Ödön von Horváth und seine Familie bekannt. Eine österreichisch-ungarische Adelsfamilie, die im Dienste der Monarchie, der Vater arbeitete als Handelsattaché, viel unterwegs war: Ödön von Horváth wurde in Fiume (heute: Rijeka, Kroatien) geboren, in Belgrad verbrachte er die Kinderjahre, in Wien, München und Berlin wuchs er zum jungen Mann heran, aus dem ein genauer Beobachter und Chronist der „kleinen“ Leute wurde. Gesellschaftliche Veränderungen, Armut, Kriege und Dünkelei zeichnete von Horváth in seinen Theaterstücken und Romanen deutlich nach. Ein Volksstückeschreiber ohne Volk. Auch der Burder, Lajos von Horváth, ein begnadeter Maler und Illustrator, beschrieb in seinen detailreichen Zeichnungen die Dekadenz der 30er-Jahre, aber auch die Kriegsgefangenschaft in welche er geraten war und die er nur schwer gezeichnet, überlebt hatte. Lajos starb bereits 1966 an den Folgen seiner Kriegsgefangenschaft. Zu diesem Zeitpunkt war Ödön von Horváth bereis dreißg Jahre tot. Erschlagen von einem morschen herabfallenden Ast, 1936 in Paris. In ihren kurzen Leben haben die Brüder viel erlebt und viel sehen können, was für uns heute Zeitgeschichte ist und in Geschichtsbüchern steht. Lassen Sie sich in das kurze Leben des Autors entführen, den Spuren der Familie von Horváth in einem vergangenen Europa der Migration und Veränderung nachgehen, einen Schriftsteller und einen Illustrator neu entdecken.