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Zwei Bücher, zwei Frauen, zwei Leben, zwei Frauenleben - nicht in lila, nicht in rosa, nein in orange!

Beide Bücher hatten mich über das Cover angesprochen. Es war die Farbgebung, die mich verleitete zunächst zu glauben, es handelt sich um identische Buchumschläge. Sagt man das überhaupt noch: Buchumschlag?
Wie auch immer, beide Bücher ähneln sich nicht nur äußerlich, sondern auch inhaltlich. Die Autorinnen Petra Morsbach und Verena Boos, die mir bisher nur wenig bekannt waren, haben - jede in ihrem Buch - Frauenleben aufgespührt und gesellschaftliche Frauenbildnisse nachgezeichnet, die mich irritieren. Das ist auch der Grund für diese Doppel-Besprechung.

So unterschiedlich die Thematik vordergründig erscheinen mag, so überraschend ähnlich sind die Lebensläufe dieser beiden Frauen:  Hanna und Thirza. ...weiterlesen "Alles orange?"

Erinnerungen aus der Nachbarschaft, mag ich verlauten lassen: Eva Demski hat ihre Erinnerungen in einen litrerarischen Koffer gepackt und im Insel Verlag auf die Reise in den Buchhandel und zum Leser geschickt! Bereits  seit Anfang August ist das Buch "Den Koffer trag ich selber" im Buchhandel erhältlich; Wir am Dornbusch freuen uns ganz besonders!


So ein vielversprechender Sound: "Der Geigenvirtouse Johannes Karelsky wird an den europäischen Höfen als Wunderkind gefeiert. Als er Jahre später schwer verwundet auf dem Schlachtfeld von Napoleons Armee liegt, dringt eine reine und wohlklingende Stimme an sein Ohr, die Johannes fortan in seinen Träumen begleitet. .... Also wenn das kein französischer Gruß zur Frankfurter Buchmesse ist  "Die schwarze Violine" von Maxence Fermine, bereits erschienen und  zwar im wunderbaren Unionsverlag!


Ebenfalls im Unionsverlag ist das kleine Büchlein "Topsy" von Marie Bonaparte erhätlich. Eine kleine Geschichte übersetzt von Anna und Sigmund Freud, beschreibt auf 128 Seiten wie die Chow-Chow-Hündin Topsy dem Tode entkommt und welche Erkenntnis über den Sinn der Liebe gewonnen werden kann. Da bin ich aber sehr gespannt, genau diese Lektüre brauche ich jetzt!


Auf dieses Buch freue mich ganz besonders: "Das Buch der verlorenen Bücher. Acht Meisterwerke und die Geschichte ihres Verschwindens", aufgeschrieben von Giorgio van Straten, erscheint am 6. Septemberi m Insel Verlag. Es geht um erstaunliches Verschwinden von Büchern bekannter Autoren wie Walter Benjamin, Sylvia Plath, Bruno Schulz, ...aber noch erstaunlicher sind die Geschichten dieses Verschwindens, handelt es sich doch fast immer um Meisterwerke!


Herr Lehmann ist wieder da, und das ist eine Rückkehr, die Freude bereitet; Wiener Strasse, der neue Roman von Sven Regener mit altbekannten Helden und vor der Kulisse Westberlins in den 80er Jahren - vielversprechend und vor allem: ich drücke ganz fest die Daumen für die Shortlist des Deutschen Buchpreises!


...weiterlesen "Herbstliche Stimmungsmacher"

Zurück in Berlin
Verna B. Carleton, Ulrike Draesner (Hrsg.)

Zurück in Berlin ist ein wunderbarer, stiller Roman über die Nachkriegsjahre in einer vom Krieg zerstörten Stadt, über die Rückkehr und den Neubeginn in Berlin.  Sehr versöhnlich und liebevoll geschrieben, lässt sich dieser Roman schön lesen. Die Sprache ist sehr gewählt ohne prätentiös zu wirken, die Gedanken und Emotionen sind kleine Wahrheiten über das Leben und die Heimat, die Flucht und den Neuanfang! Meine Monat-April-Buchempfehlung für Ihren Lesekreis! Warum? ...weiterlesen "Verna B. Carleton: Zurück in Berlin"

Judith Hermann 1970 in Berlin geboren, wo sie auch heute lebt, hat sich schon Ende der neunziger Jahre einen Namen als Meisterin der Kurzgeschichte gemacht. Ihre Erzählungen werden gerne verflmt,  jeder neue Erzählband erfreut sich großer Aufmerksamkeit. Die Erzählungen sind mittlerweile alle in Taschenbuchausgaben erhältlich. Hier gehe ich exemplarisch auf die Erzähl-Sammlung Sommerhaus, später ein. Die Erzählungen  sind nur auf den ersten Blick mit Leichtigkeit erzählt. Im Mittelpunkt stehen meist Frauen, um die dreißig Jahre auf ihrem Weg ins „Erwachsenwerden“.
Ja, die Geschichten bilden einen Alltag ab, der losgelöst ist von äußeren, gesellschaftlichen Einflüssen. Wichtig ist immer nur der Moment, der lebensabschnit in welchem man sich befindet. Die Heldinnen scheinen losgelöst vom eigentlichen Leben zu sein. Sind es Darstellungen einer ganzen Generation oder ist es womöglich Kritik an dieser schwebenden Lebensweise? Ich vermag es hier und jetzt nicht zu analysieren und zu beurteilen. ERstaunlich fand ich die erste Erzählung in Sommerhasum späterRote Korallen. Es liest sich wie ein Kunstmärchen, jede Seite lang  erwartet man ungeduldig auf das Erscheinen der Wassergeister. Die Erzählung ist in einzelne Sinnabschnitte aufgeteilt, und wie eine wiederkehrende Welle, beginnt jeder Sinnabschnitt mit den Worten: „Meine Großmutter“, „mein Großvater“ später „mein Urgroßvater“ und „mein Geliebter“, irgendwann auch „mein Therapeut“.  Die rote Korallenkette ist das Verbindungsglied zwischen der Großmutter und dem Schicksal der Enkelin. Wird aber die Korallenkette aus den Händen gegeben, ist auch eine Trennung im Leben der Enkelin vollbracht. Mit viel Sinn für Ironie erzählt Hermann über junge Frauen, die ihren Weg im Lebenn och nicht gefunden haben.

In der gleichnamigen Erzählung Sommerhaus, später wird eine Gruppe junger Menschen beschrieben - alle um die dreißig . die das Leben ausprobiert und auskostet Keinerlei Festlegung, keine Lebenskonzepte, keine Pläne, alle Möglichkeiten sind offen. Es ist eine Liebesgeschichte in welcher alle Formen der Liebe möglich sind. Hier wird Freiheit mühsam versucht zu leben. Die Helden dieser Erzählung schwirren umher, weder das Leben noch das Anti-Leben, weder die Liebe noch die Trennung gelingen ihnen gänzlich. Symbolisch dafür steht das Ende der Liebesgeschichte: Die Enstcheidung ein Angebot anzunehmen gemeinsam in einem Sommerhaus zu leben, wird auf später verschoben: Sommerhaus, später!

Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren. Ihrem Debüt ›Sommerhaus, später‹ (1998) wurde eine außerordentliche Resonanz zuteil. 2003 folgte der Erzählungsband ›Nichts als Gespenster‹. Einzelne dieser Geschichten wurden 2007 für das Kino verfilmt. 2009 erschien ›Alice‹, fünf Erzählungen, die international gefeiert wurden. 2014 veröffentlichte Judith Hermann ihren ersten Roman, ›Aller Liebe Anfang‹. Für ihr Werk wurde Judith Hermann mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. Zuletzt erschienen die Erzählungen ›Lettipark‹. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin. Literaturpreise: Erich-Fried-Preis 2014 Friedrich-Hölderlin-Preis 2009 Kleist-Preis 2001 Hugo-Ball-Förderpreis 1999 Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 1999 (Quelle: www.fischerverlage.de)

Das Mädchen mit den Orangenpaieren von Hanns Zischler ist bereits im Herbst erschienen, wurde aber im Januar 2015 sehr liebevoll in der Presse besprochen. Ich habe das Buch in den letzten Tagen gelesen und habe es bedauert, dass es nach 108 Seiten zu Ende ist. Eine wunderbare und so treffende Beschreibung übernehme ich hier vom Verlag:

...weiterlesen "Das Mädchen mit den Orangenpapieren"