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Mit diesen Erzählungen streifen Sie durch die Zeit, erfassen Familienverhältnisse, lernen Tanten, Damen und andere Personen kennen und genießen in vollen Zügen authentische Erlebnisse. Für einen Lesekreis viel Anregung, viel Gesprächsstoff und viele Hinweise wie mit biografischen Geschichten der Weg in die Herzen der Leser nicht zu verfehlen ist!


 

Zurück in Berlin
Verna B. Carleton, Ulrike Draesner (Hrsg.)

Zurück in Berlin ist ein wunderbarer, stiller Roman über die Nachkriegsjahre in einer vom Krieg zerstörten Stadt, über die Rückkehr und den Neubeginn in Berlin.  Sehr versöhnlich und liebevoll geschrieben, lässt sich dieser Roman schön lesen. Die Sprache ist sehr gewählt ohne prätentiös zu wirken, die Gedanken und Emotionen sind kleine Wahrheiten über das Leben und die Heimat, die Flucht und den Neuanfang! Meine Monat-April-Buchempfehlung für Ihren Lesekreis! Warum? ...weiterlesen "Verna B. Carleton: Zurück in Berlin"

Anne Gesthuysen
Wir sind doch Schwestern

Diese Schwestern haben es geschafft – sie feiern den 100.  Geburtstag ihrer Schwester Gertrud, und es soll nicht ihre letzte gemeinsame Geburtstagsfeier werden. Sie haben Pläne. Schließlich erreichen Sie gemeinsam ein Alter von insgesamt 298 Jahren. Wenn das keine Leistung ist. Spannend geschriebene Lebensgeschichten von drei Schwestern, die immer zusammengehalten haben.
 Ein Buch, das die Macht der Familie verdeutlicht, das familiäre Netzwerk hervorhebt.  Das Netzwerk, das die Schwestern aufbauen - und eine ist immer die treibende Kraft -  steht auch als Metapher für ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. ...weiterlesen "Wir sind doch Schwestern"

Karl Heinz Mai/Herbert Günther Wir Kinder von früher Bilder und Geschichten aus einer anderen Zeit. Die Idee zum Buch,  beeindruckt mich, außerdem habe ich die „Bilder-Geschichten“ sehr gerne gelesen und konnte mir ein Heranwachsen in der Nachkriegszeit sehr gut vorstellen.

"Wer heute erwachsen ist, hat als Kind viel über die Nachkriegszeit gehört. Darüber, wie es war, in den Trümmern zu spielen und stundenlang nach Kartoffeln anzustehen. Oder über die Spätheimkehrer. Bewegende Geschichten waren das. Nicht immer ist jetzt noch jemand da, der so schön von früher erzählen kann. Deshalb hat sich Autor Herbert Günther – passend zu den authentischen Kinderfotografien von Karl Heinz Mai – wunderschöne Geschichten ausgedacht, die den Alltag jener Zeit wieder aufleben lassen. Ein Mehrgenerationenbuch zum Eintauchen in eine spannende Zeit." (Quelle: www.buchhandel.de)

Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels Deutet schon im Titel an, dass es nicht möglich ist vierhändig (Klavier) zu spielen, insbesondere für Mutter und Sohn nicht mehr. Sie sind vor Monaten im Streit auseinander gegangen und befinden sich nun auf demselben Kreuzfahrtschiff, sie als Bordpsychologin, er als Schiffspianist. Zufall ist das aber nicht - arrangiert hat das der ehemalige Kollege jetzt Vorgesetzte der Mutter, der sie jeden Tag in ihrem Beratungszimmer aufsucht und die Vergangenheit in der DDR aufrollt. In der Zwischenzeit verliebt sich der Sohn in eine junge Kollegin und manövriert  sich in unruhiges Fahrwasser, die zu einer sehr stürmischen Begenung von Mutter und Sohn führen wird. Ganz in „mosterhafter“  Manier geschrieben, nie geschwätzig, aber sehr erzählerisch, beschreibt der Autor hier eine innige Mutter-Sohn-Beziehung, taucht ein in deutsch-deutsche Beziehungen und entwickelt eine ungeheurlich spannende Schiffsreise in unruhigen Gewässern.


In seinem Roman Lieben sich zwei gehtbegenet der Leser einem Ehepaar, das sich aus der süddeutschen Pfälzer Provinz bis nach Hamburg "entwickelt" hat. Mit guten Startmöglichkeiten, einer guten Ausbildung und Vorzeigeberufen als Unternehmensberater und Weinladenbesitzerin haben sie es sich im Hamburger Vorzeige-Hafenviertel mit viel Markendeko zurecht gemacht. "Kein Sein ohne Design" wie es ein Familienmitglied im Buch treffend formulierte. Der Wunsch ein eigenes Kind zu bekommen, bleibt ihnen allerdings vorerst verwehrt und sie holen sich medizinische Hilfe. Je länger der therapeutische Prozess der künstlichen Befruchtung dauert,  desto öfter gerät die Beziehung ins Wanken. Dazu kommen finanzielle Nöte, denn die Weinhandlung ist unrentabel. Ein Riss im Lebensplan wird immer tiefer, die behutsame und konfliktfreie, distanzierte Beziehung gerät immer mehr in stürmische Gewässer. Stefan Moster hat hier präzise der Mitdreißiger Generation der Neunziger Jahre nachgezeichnet, ihren Lifestyle hinterfragt und aus der Mitte der Gesellschaft einen höchst interessanten Gesellschaftsroman geschrieben.


Die Frau des Botschafters 0da, die Frau des deutschen Botschafters in Helsinki führt ein ruhiges, gediegenes Leben. Sie hat einen Chauffeur, Bedienstete nimmt an diplomatischen Feierlichkeiten teil, alles verläuft in geordneten Bahnen. Einmal im Monat fährt sie nach Deutschland, wo sie ihren Sohn besucht, der seit der Geburt behindert ist und in einem Heim versorgt werden muss. Mit dem Fischer Klaus pflegt sie eine ungewöhnliche Freundschaft, die das diplomatische Leben auflockert und die Freude des Lebens wieder spürbar macht.  Eines Tages, als die Sehnsucht nach dem Sohn nicht mehr zu ertragen ist, führen Oda und Klaus einen abenteuerlichen Plan durch: Sie entführen ihren Sohn nach Finnland,  um ihm die Helle, das nordische Licht in den Buchten Helsinkis zu zeigen. Ein stilles, besonders einfühlend geschriebenes Buch, ohne Pathos und Kitsch. Die klugen Gedanken über ihre Ehe, die Liebe zu ihrem Mann, die gesprochenen Nachrichten einer Mutter an ihr Kind,  die Freundschaft zu Klaus und eine leise zärtliche Hingezogenheit zum Bibliothekar machen diesen außergewöhnlichen Roman sehr lesenswert.