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Scharf und stichfest

Oder der Geschmack von Geld und Macht

„Kunst funktioniert wie Geld, Gott oder die Annahme, je älter der Rotwein, desto besser: Die Masse muss glauben, dann wird es wahr.“

Für den Aktionskünstler und Millionärssohn Georg muss Kunst ein Instrument sein, ein Messer, das verletzt und tiefe Wunden hinterlässt.  Und nur diejenigen, die Mut haben den Schmerz auszuhalten, haben Kunst verstanden.

„Einbrecher sind Feiglinge, keine Räuber, sondern Diebe“ – so definiert Victor, ein Ex-Knacki, Ex-Dieb und angehender Restaurantbesitzer seine jahrelange Tätigkeit als Dieb. Der letzte Einbruch brachte ihm zwei Jahre Gefängnis ein. Hatte er doch nachlässig gearbeitet und übersehen, dass der Besitzer zu Hause war.

Auster und Klinge ist ein Buch das überrascht,  wachrüttelt,  amüsiert, und dann tiefen Schmerz zufügt. Lässt man diesen Schmerz zu, begibt man sich auf ca. 300 Seiten und ein paar Lesestunden, in die Tiefen der globalen Markwirtschaft, in die Grausamkeiten krimineller und unternehmerischer Energie.

Aber zunächst ein paar einführende Worte: ...weiterlesen "Auster und Klinge von Lilian Loke"

Mit John von Düffel haben wir einen Meister der kurzen Prosa. In der Novelle Hotel Angst beschreibt er auf knapp 100 Seiten nicht nur das Schicksal der Familie des Erzählers und des Hoteliers Angst, sondern er erfasst auch das vergangene Riviera-Flair einer Region, erzählt von Liebe und unerfüllten Lebensträumen. In einer Art Selbstgespräch (Du-Erzähler) berichtet hier der Erzähler und Protagonist über die Besessenheit des Vaters das Hotel Angst wieder aufzubauen. Die alljährlichen Urlaube in Bordighera, die Gespräche der Erwachsenen, das Treffen mit den gleichaltrigen Töchtern des Geschäftspartners, die Unnahbarkeit dieser Mädchen, die ihn für immer, zutiefst beeindruckt hat, und letztendlich das Versagen des Vaters, bringen den Sohn dazu  den Spuren seines Vaters nachzugehen. Wer glaubt, dass eine solche erzählerische Komplexität auf 100 Seiten nicht möglich ist, der lese das Buch. John von Düffel ist selsbt fasziniert vom Wasser und kehrt thematisch immer wieder auch zum Wasser zurück. Bereits 1998 erschien sein sein Roman vom Wasser, und im Jahr 2014 die  Wassererzählungen. Immer wieder beschäftigt sich von Düffel mit dem tiefen Sog des Wassers, einem Naturelement, das vom Menschen nicht besiegt werden kann. Ist es die MAcht des Wassers, die den Autor so in seinen Bann zieht. Was es auch immer ist, das Wasser scheint das Element des ERzählers John von Düffel zu sein. John von Düffel hat im  Jahr 2004 den Deutschen Buchpreis bekommen für seine Familiensaga Houwelandt, einem Familienroman: »Wir denken immer, die großen Familienromane können nur die Amerikaner oder Thomas Mann schreiben – das ist falsch: Von Düffel kann es auch!« Elke Heidenreich in ›Lesen!Eine Familiengeschichte von dramatischer Raffinesse. John von Düffel erzählt von drei Generationen der Familie Houwelandt. Großvater Jorge, der Asket und Patriarch, sieht nach einem mit unerbittlichem Stolz gelebten Leben an der Seite seiner Frau Esther seinem achtzigsten Geburtstag entgegen. Den Familiensitz im Norden Deutschlands haben die beiden schon lange mit der spanischen Küste vertauscht, denn das Meer ist Jorges Lebenselixier. Das Elternhaus verwaltet sein Sohn Thomas, der sich als gescheiterte Existenz empfindet und am väterlichen Starrsinn zu zerbrechen droht. Sein einziger Sohn Christian wiederum hat den Großvater kaum je gesehen und möchte allen familiären Verstrickungen und Verlogenheiten am liebsten aus dem Weg gehen. Doch Jorges Ehefrau Esther plant eine große Geburtstagsfeier für ihn, in Deutschland, um die versprengte Familie endlich einmal zusammenzubringen. Je näher das Fest rückt, desto unausweichlicher sieht sich jeder der Houwelandts mit der Vergangenheit konfrontiert – der eigenen und der der Familie. "(Quelle: www.buchhandel.de)