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Mit John von Düffel haben wir einen Meister der kurzen Prosa. In der Novelle Hotel Angst beschreibt er auf knapp 100 Seiten nicht nur das Schicksal der Familie des Erzählers und des Hoteliers Angst, sondern er erfasst auch das vergangene Riviera-Flair einer Region, erzählt von Liebe und unerfüllten Lebensträumen. In einer Art Selbstgespräch (Du-Erzähler) berichtet hier der Erzähler und Protagonist über die Besessenheit des Vaters das Hotel Angst wieder aufzubauen. Die alljährlichen Urlaube in Bordighera, die Gespräche der Erwachsenen, das Treffen mit den gleichaltrigen Töchtern des Geschäftspartners, die Unnahbarkeit dieser Mädchen, die ihn für immer, zutiefst beeindruckt hat, und letztendlich das Versagen des Vaters, bringen den Sohn dazu  den Spuren seines Vaters nachzugehen. Wer glaubt, dass eine solche erzählerische Komplexität auf 100 Seiten nicht möglich ist, der lese das Buch. John von Düffel ist selsbt fasziniert vom Wasser und kehrt thematisch immer wieder auch zum Wasser zurück. Bereits 1998 erschien sein sein Roman vom Wasser, und im Jahr 2014 die  Wassererzählungen. Immer wieder beschäftigt sich von Düffel mit dem tiefen Sog des Wassers, einem Naturelement, das vom Menschen nicht besiegt werden kann. Ist es die MAcht des Wassers, die den Autor so in seinen Bann zieht. Was es auch immer ist, das Wasser scheint das Element des ERzählers John von Düffel zu sein. John von Düffel hat im  Jahr 2004 den Deutschen Buchpreis bekommen für seine Familiensaga Houwelandt, einem Familienroman: »Wir denken immer, die großen Familienromane können nur die Amerikaner oder Thomas Mann schreiben – das ist falsch: Von Düffel kann es auch!« Elke Heidenreich in ›Lesen!Eine Familiengeschichte von dramatischer Raffinesse. John von Düffel erzählt von drei Generationen der Familie Houwelandt. Großvater Jorge, der Asket und Patriarch, sieht nach einem mit unerbittlichem Stolz gelebten Leben an der Seite seiner Frau Esther seinem achtzigsten Geburtstag entgegen. Den Familiensitz im Norden Deutschlands haben die beiden schon lange mit der spanischen Küste vertauscht, denn das Meer ist Jorges Lebenselixier. Das Elternhaus verwaltet sein Sohn Thomas, der sich als gescheiterte Existenz empfindet und am väterlichen Starrsinn zu zerbrechen droht. Sein einziger Sohn Christian wiederum hat den Großvater kaum je gesehen und möchte allen familiären Verstrickungen und Verlogenheiten am liebsten aus dem Weg gehen. Doch Jorges Ehefrau Esther plant eine große Geburtstagsfeier für ihn, in Deutschland, um die versprengte Familie endlich einmal zusammenzubringen. Je näher das Fest rückt, desto unausweichlicher sieht sich jeder der Houwelandts mit der Vergangenheit konfrontiert – der eigenen und der der Familie. "(Quelle: www.buchhandel.de)

Annette Pehnt wurde 1967 in Köln geboren, lebt heute in Freiburg. Sie schreibt in Ihren Erzählungen über aktuelle Themen, beobachtet dabei die von der Norm abweichenden Momenten. Annette Pehnt ist eine Autorin, die in literarischer Weise über Krankheit schreiben kann. Krankheit in ihrer vielfältigen Art und Weise. Im Erzählband Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern greift sie ganz besondere Momente im Leben von Menschen auf, die im Alltag nicht (mehr) zurechtkommen.   ...weiterlesen "Annette Pehnt"

horvath_jpg_image_scaler_180x320Autorenporträt: Mit den Geschichten aus dem Wienerwald, Kasimir und Karoline oder Glaube, Liebe, Hoffnung ist Ödön von Horváth immer noch auf fast allen deutschsprachigen Theaterbühnen einer der meistgespielten Autoren. Sein Roman Jugend ohne Gott ist aktueller denn je. Trotzdem ist wenig über Ödön von Horváth und seine Familie bekannt. Eine österreichisch-ungarische Adelsfamilie, die im Dienste der Monarchie, der Vater arbeitete als Handelsattaché, viel unterwegs war: Ödön von Horváth wurde in Fiume (heute: Rijeka, Kroatien) geboren, in Belgrad verbrachte er die Kinderjahre, in Wien, München und Berlin wuchs er zum jungen Mann heran, aus dem ein genauer Beobachter und Chronist der "kleinen" Leute wurde. Gesellschaftliche Veränderungen, Armut, Kriege und Dünkelei zeichnete von Horváth in seinen Theaterstücken und Romanen deutlich nach. Ein Volksstückeschreiber ohne Volk. Auch der Burder, Lajos von Horváth, ein begnadeter Maler und Illustrator, beschrieb in seinen detailreichen Zeichnungen die Dekadenz der 30er-Jahre, aber auch die Kriegsgefangenschaft in welche er geraten war und die er nur schwer gezeichnet, überlebt hatte. Lajos starb bereits 1966 an den Folgen seiner Kriegsgefangenschaft. Zu diesem Zeitpunkt war Ödön von Horváth bereis dreißg Jahre tot. Erschlagen von einem morschen herabfallenden Ast, 1936 in Paris. In ihren kurzen Leben haben die Brüder viel erlebt und viel sehen können, was für uns heute Zeitgeschichte ist und in Geschichtsbüchern steht. Lassen Sie sich in das kurze Leben des Autors entführen, den Spuren der Familie von Horváth in einem vergangenen Europa der Migration und Veränderung nachgehen, einen Schriftsteller und einen Illustrator neu entdecken.