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Westlich des Sunset von Stewart O’ Nan

Eine Filmreise in das Hollywood der 30er Jahre zu den Filmstudios und in die Büros der Drehbuchautoren. Eine Welt voller Laster und Versuchungen und mittendrin ein alternder, fast in Vergessenheit geratener Francis Sott Fitzgerald.

Es sind die letzten Jahre des Schriftstellers Francis Scott Fitzgerald. Sein Stern im Autorenhimmel ist schon erloschen, sein Auskommen am Minimum angelangt. Er kann kaum noch die Kosten für die Nervenheilanstalt seiner Frau Zelda bezahlen; so auch nicht das Schulgeld für das Internat von Scottie, ihrer einzigen Tochter, der Schuldenberg spitzt sich zu.

Der langjährige und exzessive Alkohol- und Tablettenkonsum, die Aufs und Abs des Entzugs haben den Autor gezeichnet. In letzter Minute schafft es sein Agent ihn als Drehbuchautor in Hollywood unterzubringen u nd ihm einen guten Verdienst zu verschaffen. Begegnungen mit Humphrey Bogart, Joan Crawford, Gloria Swanson und vielen anderen Stars der 30er Jahre bestimmen den Alltag sowie die Versuche als Drehbuchautor zu bestehen. Partys, Spendenbälle und Premieren bringen Scott auch in die Nähe attraktiver Frauen. Nicht lang und er verliebt sich in die junge und schöne Klatschreporterin Sheilah Graham. Eine resolute und fordernde Persönlichkeit, eine betörende Frau, die ihn an seine Frau Zelda erinnert, als diese noch jung und lebensfroh war. Zwischendurch nimmt uns O' Nan zu den Besuchen bei Zelda Scott mit, die für Fitzgerald Scott eine Überwindnung sind, aber auch eine Wehmut hervorrufen. Wie fühlt sie sich, schlägt die Therapie an, wird sie wieder um sich schlagen oder obszön schreien und pöbeln, wird er weiterhin die Kosten für den Psychiater und die Behandlung zahlen können.... Seine Sorge um Zelda und die gemeinsame Tochter Scottie sind rührende Gedanken eines Vaters und Ehemanns, der auf breiter Linie versagt hat und dies auch weiß. Er will sich noch einmal von seiner besten Seite zeigen, mit dem Trinken aufhören, seine gut bezahlte Arbeit in Hollywood behalten. Doch immer wieder nehmen ihm die Studiobosse die unfertigen Projekte aus der Hand, übergeben sie an andere Autoren, Stars der Stunde, oder stellen Filmprojekte über Nacht ohne Erklärung gar Begründung  ein. Die Zukunft bleibt ungewiss. In Rückblenden führt uns Scott/O'Nan in die Geschichte seiner und der Familie seiner Frau ein,  erzählt von seiner Jugendliebe und den ersten schriftstellerischen Anfängen. Ebenso erinnert er sich an das exzessive Leben, welches Zelda und ihn  zum schillernden Paar der Gesellschaft machten und finanziell ruinierten. Gelegentlich öffnen sich Angründe dieses Lebens, das dem Leser der Atem stockt, und doch schafft es der Autor O'Nan seinen Helden Scott Fitzgerald niemals zu ver- oder zu beurteilen. Er erzählt nur, und das in einem nahegehenden versöhnlichen Ton. Besonders, wenn es um die Familie und insbesondere um die Tochter geht, beschreibt der Autor Stott Fitzgerald als einen höchst gerechten, vernüftigen und liebevollen Menschen. Stewart O' Nan hat mit diesem Roman eine schöne, leicht melancholische Biografie und ein Zeitpanorama aufgeschrieben und uns in eine Welt voller Glamour aber auch tiefer Abgründe entführt. Zugleich hat er uns einen Menschen nahe gebracht, der noch mit aller Kraft versucht sein Leben in den Griff zu bekommen. Ein herausragender und emotionaler Roman über einen außerordentlichen Schriftsteller!

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